Termine:
Samstag, 9. Mai 2009, 15:00 Uhr; LuxExpo - Hall 1 - Luxembourg-Kirchberg
Sonntag, 10. Mai 2009, 15:00 Uhr; LuxExpo - Hall 1 - Luxembourg-Kirchberg
Donnerstag, 14. Mai 2009, 15:00 Uhr; LuxExpo - Hall 1 - Luxembourg-Kirchberg
Samstag, 16. Mai 2009, 15:00 Uhr; LuxExpo - Hall 1 - Luxembourg-Kirchberg
Sonntag, 17. Mai 2009, 15:00 Uhr; LuxExpo - Hall 1 - Luxembourg-Kirchberg
Organisiert von Luxinnovation für Créativité et innovation, Année Européenne 2009, findet die Präsaentation des Sonovisors in der Halle 1 während der Frühlingsmesse auf dem Messegelände LuxExpo in Luxemburg statt. Das diesjährige Thema lautet: "Semaine de la Créativité et de l'Innovation".
Adresse: 12, rue de Bastogne, L-1217 Luxembourg.
Von 15:00 bis 19:00 Uhr werden fortwährend eigens für diese Gelegenheit komponierte Farblichtmusik-Stücke präsentiert. Bis zu drei Visoren können gleichzeitig genützt werden und die Musik wird, je nach akustischem Umfeld, über Lautsprecher oder Kopfhörer abgespielt.
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Die Idee zum Sonovisor wurde vor etwa 25 Jahren geboren, und zwar auf der Suche nach einem idealen Konzertraum zur Aufführung elektronischer Musik. Der Raum, dem die Suche galt, sollte mehr sein als nur eine Behausung von Musikern und Zuhörern. Er sollte das Musikerleben intensivieren, es dem Hörer erleichtern, sich auf die Musik zu konzentrieren und eventuell sogar das akustische Geschehen visuell mitgestalten.
Als Paten der Sonovisor–Idee kann man Farblicht-Musiker wie etwa Aleksander Laszlo und Wahrnehmungspsychologen wie Wolfgang Metzger anführen. Letzterer führte bereits 1924 Experimente zum „visuellen Ganzfeld“ durch. Dabei handelt es sich um ein Gesichtsfeld, das homogen ausgeleuchtet ist, in dem also außer einer Farbe „nichts“ zu sehen ist. Unter solchen Umständen stellt sich ein „vornehmlich endogenes“, traumartiges Erleben ein. Dafür interessieren sich Psychologen, die sich mit Meditation und Therapie befassen.
Künstlern wie Psychologen war ein anderer Aspekt der Farblichtmusik freilich schon länger geläufig, jener nämlich der mit dem Begriff „Synästhesie“ angesprochen wird. Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass manche Menschen beim Hören bestimmter Töne bestimmte Farben sehen und umgekehrt.
Aktuell wird die Idee des Sonovisors von den „Noise Watchers Unlimited“ in Luxemburg und dem Psychologen Dr. H.J.Schweizer weiterentwickelt. Hierbei stehen zwei praktische Anwendungen im Vordergrund. Zum einen ist dies eine Anwendung im Rahmen der Psychotherapie, zum anderen der Einsatz als visuelle Konzertumgebung im Rahmen von Farblichtmusik.
Das Prinzip der Farblichtmusik, so wie es dem Konzept des Sonovisors zu Grunde liegt, ist schlicht gesagt Abstraktion. Visuelles Geschehen also auf das Niveau von Musik vereinfacht. Farbe und Helligkeit entsprechen Tonhöhe und Lautstärke. Es gibt, jedenfalls zunächst, keine Konturen, keinen Raum, kein „Etwas“ das zu sehen wäre. So abstrahiert, verbindet sich das Gesehene mit dem Gehörten gleichsam auf einer Ebene zu einem einheitlichen Gesamtkunstwerk.
Es gilt zu beachten, dass es sich bei Farblichtmusik weder um Musik-Animation handelt noch um eine extreme Form des Tonfilmes. Die Licht-Spur ist ebenso komponiert wie die Ton-Spur, sozusagen als zweite Seite einer – neuen – Medaille.
Die konsequente Reduktion der Außenbestimmtheit des bewussten Erlebens bewirkt ein Überhandnehmen endogenen, von „innen“ bestimmten Erlebens. Im Hinblick auf den Sonovisor wird von „traumartigem Erleben“ gesprochen. Dieses Erleben ist graduell vom „äußeren“ Geschehen abgekoppelt, das heißt, es kann mehr oder weniger gezielt und zwar interaktiv beeinflusst werden, wohlgemerkt auch auf sprachlicher Ebene.
Besonderes Interesse gilt derzeit der gezielten Beeinflussung des Zeiterlebens, oder wenn man so will, der subjektiven Zeit, durch rhythmische, musikalische Synchronisation. Ein geläufiger Begriff, der hierbei im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, ist „Entspannung“.
Die künstlerische Gestaltung konzentriert sich traditionell auf einzelne Sinnesbereiche, so genannte Modalitäten. Im Vordergrund stehen dabei, alles andere verdrängend, der Gesichtssinn und der Gehörssinn: Die bildende Kunst und die Musik. Die Vereinigung dieser beiden ist der Traum vom Gesamtkunstwerk, der seinen Ausdruck findet in der Oper, im Ballett oder im Tonfilm.
Mit dem Sonovisor wird der Versuch unternommen, einen Schritt weiter zu gehen und durch ein künstlerisch gestaltetes abstraktes visuell-akustisches Geschehen, das innere Erleben, den Vorstellungsverlauf, das Träumen gezielt zu beeinflussen, ohne es im Detail zu determinieren.
Auch hierbei ist wiederum Abstraktion oberstes Prinzip, um das Gleichgewicht der Modalitäten zu wahren und so die Verschmelzung zu einem einheitlichen Kunstwerk anzuregen, anstatt dass das eine nur das andere begleitet, bzw. ihm unterlegt wird.
Die Erforschung und Entwicklung des Sonovisor- Prinzips steht erst am Anfang. Dasselbe gilt für dessen künstlerische und therapeutische Anwendung. Es ist insbesondere dem unvoreingenommenen Engagement der „Noise Watchers Unlimited“ in Luxemburg zu verdanken, dass ein erster, beherzter Schritt in ein faszinierendes künstlerisches Neuland getan werden konnte. Der Dank gilt allem voran Herrn Arthur Stammet, ohne dessen visionäres Gespür und Entschlossenheit der Sonovisor wohl nach wie vor nur eine interessante Idee wäre.
In bewährter Partnerschaft sind die Noise Watchers und Dr. H. J. Schweizer nunmehr dabei, die nächste Dimension anzusteuern. Dabei geht es um „induzierte Bewegung“. Zu verstehen ist darunter visuell und akustisch vermittelte Bewegungs-Illusion. Einfach gesagt: man meint sich (etwa wie ein Tänzer im Einklang mit der Musik) zu bewegen, ohne sich tatsächlich von der Stelle zu rühren.
Eine Weiterentwicklung seitens der Noise Watchers geht momentan in Richtung einer 5.1 Schall-Projektion in die Kuppel, am Kopf des Zuhörers vorbei. Hiermit werden mehr oder weniger komplexe räumliche Bewegungsabläufe im Bereich der Klangprojektion möglich. Die Halbkugel hat nämlich interessante akustische Fähigkeiten, wie die Berechnungen der Abstrahlungen einer einzigen Box zeigen. Dasselbe, fünffach multipliziert, bedarf tiefer greifender Erforschung, ein Bereich, um den sich Herr Arthur Stammet momentan kümmert.